Macht Drohne fliegen in Deutschland überhaupt noch Spaß⁉

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Zwar ist der Drohnen-Boom weiterhin ungebremst, doch stelle ich mir immer öfter die Frage, macht Drohne fliegen in Deutschland überhaupt noch Spaß? Drohnen sind ein wunderbares Spiel- oder Werkzeug, welches mittlerweile hunderttausende begeistert, denn die Aufnahmen der hochauflösenden Kameradrohnen aus einer völlig neuen Perspektive sind einfach faszinierend anzusehen.

Doch neue Drohnen-Gesetzte und Verordnungen machen das legale Drohne fliegen in Deutschland fast unmöglich.

Macht Drohne fliegen in Deutschland noch Spaß?

Drohne fliegen macht Spaß – Drohne fliegen in Deutschland macht keinen Spaß mehr. Doch warum wurden die Drohnen-Gesetzte und Verordnungen soweit verschärft, dass man seine Kameradrohne am liebsten im Koffer lassen möchte.

Klar ist, dass etwas passieren musste, um ein Chaos am Himmel zu vermeiden. Doch was sich der liebe Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur Herr Alexander Dobrindt bei den neuen Drohnengesetzten gedacht hat ist meiner Meinung unbegreiflich.

Einfach die Holzhammermethode anzuwenden, weil man wenig bis keine Ahnung von der Materie hat ist aus meiner Sicht für ein Bundesministerium eine Schwache Leistung.

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Das neue Drohnengesetzt in Deutschland

Bundesverkehrsminister Dobrindt hat wahrscheinlich schon etliche Drohne und Quadrocopter gesehen, doch ist er jemals mit einer geflogen? Gut muss er auch nicht zwingend, um solche wie ich finde unsinnigen Gesetze zu verabschieden. Ich muss ja auch kein Politiker sein, um zu erkennen, dass hier etwas nicht zusende gedacht wurde.

Drohnen bieten ein großes Potenzial – privat wie gewerblich. Immer mehr Menschen nutzen sie. Je mehr Drohnen aufsteigen, desto größer wird die Gefahr von Kollisionen, Abstürzen oder Unfällen.

Für die Nutzung von Drohnen sind deshalb klare Regeln nötig. Um der Zukunftstechnologie Drohne Chancen zu eröffnen und gleichzeitig die Sicherheit im Luftraum deutlich zu erhöhen, habe ich eine Neuregelung auf den Weg gebracht. Neben der Sicherheit verbessern wir damit auch den Schutz der Privatsphäre.

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt:

Macht Drohne fliegen in Deutschland überhaupt noch Spaß

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Kameradrohnen sind das Problem

Bei der neuen Drohnenverordnung geht es in erster Linie um Kameradrohnen, anscheinend hat Herr Dobrindt Angst, ausspioniert zu werden. Doch was ist mit den braven Bürgern, die ohne konkrete Gründe mehr und mehr von der Regierung oder NSA überwacht werden.

Wir wissen nicht, wie, wo und wann wir überwacht werden und das soll auch so bleiben. Fest steht, dass Kameradrohnen nicht das Problem der Überwachung sind, sondern ganz andere, die viel schlimmer sind als jede Hobbydrohne.

Eine Kameradrohne darf nicht mehr über ein Wohngebiet sprich über fremde Grundstücke fliegen. Grund dafür ist, es soll damit die Privatsphäre geschützt werden. Verständlich, wenn jeden Tag dutzende Kameradrohnen im Tief-Schwebeflug über mein Grundstück kreisen wäre das sicherlich nicht schön.

Das tun sie aber nicht, es sind deutlich mehr Heißluftballone und Sportflugzeuge, welche regelmäßig über mein Grundstück fliegen und das ohne zu fragen. Ich weiß auch nicht, ob da jemand mit Kamera und Teleobjektiv in der Hand drin sitzt, welches im 10x besser Aufnahmen machen könnte als jede Kamera einer Hobbydrohne.

Heißt also im Klartext alle dürfen über mein Grundstück fliegen nur Kameradrohnen nicht. WARUM?

Hätte man hier nicht eine Mindestflughöhe von 30, 40 oder auch 50 Meter festlegen können um die Privatsphäre zu schützen? Auch, dass Kameradrohnen nicht näher als 100 Meter an Bundestrassen, Bundeswasserstraßen und Autobahnen fliegen dürfen… was für ein Schwachsinn.

Sicherlich gab es in der Vergangenheit den ein oder anderen Zwischenfall, doch die gibt es mit zerfetzten LKW-Reifen auch und sind LKW´s auf Autobahnen verboten? Der Luftraum braucht Regelungen keine Frage, aber bitte vernünftige und nicht so ein über Nacht zusammengekloppter MIST. Es tut mir wirklich leid, aber etwas anderes fällt mir dazu leider nicht ein.

Wer mit seiner Drohne Mist bauen will, dem sind Gesetze und Verordnungen sowieso egal. Alle anderen, die rücksichtsvoll mit ihrer Kameradrohne umgehen und versuchen andere damit nicht zu belästigen werden bestraft.

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Deutschland = Meckerland

Erst einmal Meckern – das ist typisch deutsch. Der Nachbar, der sich darüber aufregt, dass eine Drohne über sein Grundstück fliegt. So ein Mensch regt sich auch darüber auf, dass Kinder zu laut im Garten spielen – verbieten wir jetzt Kinder? – Natürlich nicht und mir ist bewusst, dass diese Vergleiche überspitzt sind.

Ich finde es nur ätzend, wenn selbsternannt Hilfssheriff meinen, sich über alles und jeden beschweren zu müssen, selbst als es die Drohnenverordnung noch nicht gab.

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Wesentliche Regelungen der Drohnenverordnung:

  1. UAS-Verordnung tritt in KraftKennzeichnungspflicht: Alle Flugmodelle und unbemannten Luftfahrtsysteme ab einer Startmasse von mehr als 0,25 kg müssen künftig gekennzeichnet sein, um im Schadensfall schnell den Halter feststellen zu können. Die Kennzeichnung erfolgt mittels Plakette mit Namen und Adresse des Eigentümers.
  2. Kenntnisnachweis: Für den Betrieb von Flugmodellen und unbemannten Luftfahrtsystemen ab 2 kg ist künftig ein Kenntnisnachweis erforderlich. Der Nachweis erfolgt durch a) gültige Pilotenlizenz, b) Bescheinigung nach Prüfung durch eine vom Luftfahrt-Bundesamt anerkannte Stelle (auch online möglich), Mindestalter: 16 Jahre c) Bescheinigung nach Einweisung durch einen Luftsportverein (gilt nur für Flugmodelle), Mindestalter 14 Jahre. Die Bescheinigungen gelten für 5 Jahre. Für den Betrieb auf Modellfluggeländen ist kein Kenntnisnachweis erforderlich.
  3. Erlaubnisfreiheit: Für den Betrieb von Flugmodellen und unbemannten Luftfahrtsystemen unterhalb einer Gesamtmasse von 5 kg ist grundsätzlich keine Erlaubnis erforderlich. Der Betrieb durch Behörden ist generell erlaubnisfrei, wenn dieser zur Erfüllung ihrer Aufgaben stattfindet, ebenso der Betrieb durch Organisationen mit Sicherheitsaufgaben, z.B.Feuerwehren, THWDRK etc..
  4. Erlaubnispflicht: Für den Betrieb von Flugmodellen und unbemannten Luftfahrtsystemen über 5 kg und für den Betrieb bei Nacht ist eine Erlaubnis erforderlich. Diese wird von den Landesluftfahrtbehörden erteilt.
  5. Chancen für die Zukunftstechnologie: Gewerbliche Nutzer brauchten für den Betrieb von unbemannten Luftfahrtsystemen bisher eine Erlaubnis – unabhängig vom Gewicht. Künftig ist für den Betrieb von unbemannten Luftfahrtsystemen unterhalb von 5 kg grundsätzlich keine Erlaubnis mehr erforderlich. Zudem wird das bestehende generelle Betriebsverbot außerhalb der Sichtweite aufgehoben. Landesluftfahrtbehörden können dies künftig für Geräte ab 5 kgerlauben.
  6. Betriebsverbot: Ein Betriebsverbot gilt künftig für Flugmodelle und unbemannte Luftfahrtsysteme
    • außerhalb der Sichtweite für Geräte unter 5 kg;
    • in und über sensiblen Bereichen, z.B. Einsatzorten von Polizei und Rettungskräften, Krankenhäusern, Menschenansammlungen, Anlagen und Einrichtungen wie JVAs oder Industrieanlagen, oberste und obere Bundes- oder Landesbehörden, Naturschutzgebieten;
    • über bestimmten Verkehrswegen;
    • in Kontrollzonen von Flugplätzen (auch An- und Abflugbereiche von Flughäfen),
    • in Flughöhen über 100 Metern über Grund, es sei denn, der Betrieb findet auf einem Gelände statt, für das eine allgemeine Erlaubnis zum Aufstieg von Flugmodellen erteilt und für die eine Aufsichtsperson bestellt worden ist, oder, soweit es sich nicht um einen Multicopter handelt, der Steuerer ist Inhaber einer gültigen Erlaubnis als Luftfahrzeugführer oder verfügt über einen Kenntnisnachweis.
    • über Wohngrundstücken, wenn die Startmasse des Geräts mehr als 0,25 kg beträgt oder das Gerät oder seine Ausrüstung in der Lage sind, optische, akustische oder Funksignale zu empfangen, zu übertragen oder aufzuzeichnen. Ausnahme: Der durch den Betrieb über dem jeweiligen Wohngrundstück in seinen Rechten Betroffene stimmt dem Überflug ausdrücklich zu,
    • über 25 kg (gilt nur für “Unbemannte Luftfahrtsysteme”).

    Die zuständige Behörde kann Ausnahmen von den Verboten zulassen, wenn der Betrieb keine Gefahr für die Sicherheit des Luftverkehrs oder die öffentliche Sicherheit oder Ordnung, insbesondere eine Verletzung der Vorschriften über den Datenschutz und über den Naturschutz darstellt und der Schutz vor Fluglärm angemessen berücksichtigt ist. Insbesondere bei einem geplanten Betrieb außerhalb der Sichtweite lässt sich die Genehmigungsbehörde eine objektive Sicherheitsbewertung vorlegen.

  7. Ausweichpflicht: Unbemannte Luftfahrtsysteme und Flugmodelle sind verpflichtet, bemannten Luftfahrzeugen und unbemannten Freiballonen auszuweichen.
  8. Einsatz von Videobrillen: Flüge mithilfe einer Videobrille sind erlaubt, wenn sie bis zu einer Höhe von 30 Metern stattfinden und das Gerät nicht schwerer als 0,25 kg ist oder eine andere Person es ständig in Sichtweite beobachtet und in der Lage ist, den Steuerer auf Gefahren aufmerksam zu machen. Dies gilt als Betrieb innerhalb der Sichtweite des Steuerers.

Die Verordnung ist am 6. April 2017 im Bundesgesetzblatt verkündet worden und am 7. April in Kraft getreten. Die Regelungen bezüglich der Kennzeichnungspflicht und die Pflicht zur Vorlage eines Kenntnisnachweises gelten ab dem 1. Oktober 2017.

Quelle: https://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Artikel/LR/151108-drohnen.html

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Mein Fazit:

Drohnen VollversicherungWie gesagt ich bin nicht gegen Regelungen für Drohnen und auch einen Drohnenführerschein (solange sich der Aufwand uns die kosten im Rahmen halten) würde ich sofort befürworten. Man sollte sich aber Gründlich Gedanken machen, wie sowas aussehen könnte und vor allem wie sich sowas auch in der Praxis umsetzen lässt.

Auch eine Regelung mit Drohnenherstellern wie z.B. DJI über Flugverbotszonen wie es sie teilweise schon gibt sind eine Sinnvolle Lösung. Kombiniert mit entsprechenden Drohnenversicherung je nach Einsatzgebiet könnt man schon viel bewirken.

Einfach generell alles einschränken oder verbieten, nur weil man keine Ahnung hat, sollte definitiv nicht sein. Lieber Herr Dobrindt ich weiß, man kann es nie allen Recht machen und das Sie sich hier für die Drohnenhasser eingesetzt haben kann ich auch verstehen, denn das sind ihre Wähler und wer sägt sich schon gerne einen Ast ab auf dem er sitzt. Doch es gibt meiner Meinung nach bessere Lösungen, wo jedoch beide Seiten Zugeständnisse machen müssen und nicht wie in Ihrer Verordnung nur die Drohnen Besitzer.

Ich hoffe sehr, dass über dieses Thema noch einmal nachgedacht und neu entschieden wird, denn Drohnen sind weder gefährlich noch gefährden sie die Privatsphäre anderer, solange ein verantwortungsvoller Mensch am Joystick ist. Alle anderen Menschen können Sie auch mit der neuen Drohnenverordnung nicht einschüchtern, denn diese Menschen ist das einfach scheißegal.

Drohnen sollen Spaß machen und das machen sie nicht mehr.

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Drohnen-Kaufberater