Drohnen-Verordnung 2017: Das muss man wissen

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Wozu die neue Verordnung und ab wann ist sie gültig?

Früher war nicht alles besser. Die alten Regelungen, die nun durch die neue Verordnung ersetzt wurden, erschwerten das Leben einiger Drohnen-Piloten sehr. Das betraf vor allem die gewerbliche Sektion. Für jeden Flug benötigten sie eine Genehmigung, erteilt durch die jeweilige Landesluftfahrtbehörde.

Die Drohnen-Verordnung, seit April 2017 verabschiedet, bezieht sich auf Paragraphen der Luftverkehrszulassungsordnung (LuftVZO) und der Luftverkehrsordnung (LuftVO).

Verkehrsminister Dobrindt, berüchtigt für seine Mautpläne, wollte eine Vereinfachung der Gesetzeslage erreichen, und zwar indem er die Rechte gewerblicher und privater Nutzer anglich und den Gebrauch von Drohnen bis 5 kg deutlich erleichterte. Inwiefern der Gebrauch dank der Drohnen-Verordnung nun leichter ist, klärt dieser Text.

Wer betroffen ist

Betroffen ist jeder Drohnen-Besitzer mit einer Drohne bzw. einem Multicopter ab 250 g Gewicht. Dabei spielt es keine Rolle ob das Fluggerät auf einem Modellflugplatz, auf freiem Feld, innerhalb einer Freizeitaktivität oder gewerblich, etwa durch Medien oder von Logistikunternehmen, genutzt wird.

Für Drohnen über 5 kg gilt die neue Drohnen-Verordnung, wenn, nur beschränkt. Über 5 kg schwere Geräte sind in Deutschland genehmigungspflichtig, diese kommen im privaten Nutzungsbereich jedoch selten bis gar nicht vor.

Am meisten sind solche Piloten von der neuen Drohnen-Verordnung betroffen, welche in ihrer Freizeit ihre Drohne gern über dem eigenen Grundstück stiegen lassen, diese durch die Nachbarschaft manövrieren, mit ihr dort filmen oder Tonaufnahmen machen oder sonstige Daten damit aufzeichnen. Das ist nun ohne weiteres nicht mehr möglich.

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Kennzeichnungspflicht

Kennzeichnungsplakette für Drohnen und Quadrocopter Drohnen-VerordnungJede Drohne ab 250 g muss nach der neuen Drohnen-Verordnung gekennzeichnet werden. Was heißt das? Das heißt, jeder Multicopter ab diesem Gewicht braucht eine Kennzeichnung mit Namen und Adresse des Besitzers, die Kennzeichnung muss dabei brand- und witterungsfest sein.

Solche Aufkleber aus widerstandsfähigem Material, werden im Internet kostengünstig angeboten. Meine Kennzeichnungsplakette wie hier auf dem Bild rechts zu sehen habe ich beim „Bundesverband Copter Piloten“ bestellt.

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) empfiehlt Aluminium-Aufkleber mit eingravierter Adresse. Der Bundesverband Copter-Piloten (BVCP) bietet diese Aufkleber ebenfalls kostengünstig an.

Die Kennzeichnungspflicht wird ab dem 1. Oktober 2017 in Kraft treten, bis dahin gilt eine Übergangsphase, sodass jeder Besitzer in die Lage versetzt wird, dieser Pflicht nachzukommen.

Wie gesagt gilt die Kennzeichnungspflicht für jeden Multicopter, egal wo er zum Einsatz kommt. Wer demnach meint, seinen Copter nicht kennzeichnen zu müssen, weil er ihn ohnehin nur auf einem Modellflugplatz oder im Garten benutzt, liegt falsch.

Die Kennzeichnung hat den nachvollziehbaren Sinn, Verursacher von Schäden und Unfällen ausfindig zu machen und zur Rechenschaft zu ziehen. Im Freizeitbereich ist für solche Fälle ohnehin die Haftpflichtversicherung zuständig.

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100 Meter

In der Drohnen-Verordnung von Verkehrsminister Alexander Dobrindt ist aber auch geregelt, wie hoch eine Drohne maximal fliegen darf und das sind 100 Meter.

Das gilt nicht für alle Geräte gleichermaßen. 250 g schwere Drohnen dürfen nur 30 Meter in die Höhe steigen, andere Geräte 50 oder 100 Meter, jedenfalls ist eine Flughöhe von über 100 Metern nur noch mit Sondergenehmigung gestattet. Zuvor galt die Sichtweite als richtiges Maß für die maximale Entfernung.

Da Drohnen in einer Höhe von 100 Metern immer noch sichtbar sind, stellt dies eine deutliche Einschränkung dar.

Was generell Verboten ist, sind Flüge außerhalb der Sichtweite, die nur mittels VR-Brille oder einem Bildschirm gelenkt werden. Anders ist es mit manuellen Hilfsmitteln, wie einem Fernglas oder einer zweiten, beaufsichtigenden Person, die ab einem Gewicht der Drohne von 250 g sowieso verpflichtend ist und das unabhängig der Sichtweite und sowohl für die Vertikale, als auch in der horizontalen Flugebene.

Über Wohngebieten, Menschenmengen und anderen Orten ist das Fliegen einer Drohne nicht gestattet. In der Horizontalen gilt eine ähnliche Regelung bei der Annäherung an ganz bestimmte Orte. Die 100 Meter gelten auch dort. Später mehr dazu.

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Ab wann ich einen Kenntnisnachweis brauche

Ähnlich dem Kennzeichnungsnachweis, müssen einige Drohnen-Piloten ab dem 1.10.2017 einen Kenntnisnachweis besitzen. Dieser belegt, dass die ausgewiesene Person sich mit den Flugmanövern seiner Drohne auskennt und sachgerecht mit ihr umgehen kann. Den Nachweis muss man auf Nachfrage vorlegen können.

Er ist für Multicopter ab einem Gewicht von 2 kg verpflichtend, dieser Punkt der Drohnen-Verordnung trifft am ehesten Amateur-Piloten bzw. Besitzer von höherklassigen Modellen, wie Geräte des Hersteller DJI.

Der Kenntnisnachweis wird sowohl für den Privaten als auch für den Professionellen Einsatz benötigt. Die Drohnen-Verordnung hat die Grenzen zwischen privat und geschäftlich weitgehend aufgeweicht und gilt daher z.B. auch für Dokumentarfilmer oder für Postdrohnen.

Wo man den Drohnen-Führerschein, das stellt dieser Kenntnisnachweis faktisch dar, machen kann, bleibt offen. Wahrscheinlich dürft aber sein, dass man diesen Führerschein im Modellflugverein erwerben kann.

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Drohnenversicherung

Drohnen Vollversicherung Drohnen-VerordnungEine speziell abgeschlossene Drohnenversicherung ist für den normalen Piloten gar nicht nötig, denn Schäden und Unfälle werden von der normalen Haftpflichtversicherung abgedeckt, also müssen sich Privatanwender keine Sorgen machen über zusätzlich entstehende monatliche Kosten oder ähnliches.

Allerdings sollte man sich bei der eigenen Versicherung Informieren, was denn genau an Nutzungsaspekten abgedeckt ist und was nicht.

Daneben kann man eine Drohnen-spezifische Versicherung abschließen. Es kommt zuallererst darauf an, wie die Drohne genutzt wird, also privat oder geschäftlich. Geschäftlich ist eine Nutzung bereits, wenn z.B. aufgenommene Videos und Fotos auf Youtube veröffentlicht und dort monetarisiert werden. Piloten die ihren Multicopter für beides gebrauchen, können eine gewerbliche Haftpflichtversicherung abschließen, eine Art Kaskoversicherung existiert ferner.

Die Drohnenversicherungen unterscheiden sich voneinander in Nutzungsart und Anwender, ob nur eine Person dieses Fluggerät bedienen wird oder auch deren Freunde, Verwandte und ähnliches. Außerdem kommt es auf das Aufstiegsgewicht, ob die Drohne eine Kamera hat, die Deckungssumme für Schäden, ob die Drohne nur in Deutschland geflogen wird usw. an.
Danach richten sich auch die Versicherungskosten.

Interessant ist dies im Kontext der neuen Drohnen-Verordnung höchstens insofern, dass die Drohnen an bestimmte Bedingungen gebunden sind und somit den Nutzungsrahmen etwas einschränken, Versichert sollte ein Copter aber sein, denn man kann nie wissen was passiert und wenn so ein Teil vom Himmel fällt, geht zwar nicht gleich die Welt unter, aber Schaden an Leib und Leben anrichten, kann sie trotzdem.

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Empfehlenswerte Drohnenversicherungen

Versichertedrohne

Drohnen-Versicherung

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  • Telefon: 02203 – 98 88 702
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Ausnahmen und Sondergenehmigungen

UAS-Verordnung tritt in Kraft Drohnen-VerordnungMöchte ich meinen Multicopter unter bestimmten Umständen trotzdem fliegen dürfen, brauche ich eine Sondergenehmigung. Ausnahmegenehmigungen wären für Nachtflüge oder für Flüge über 100 Metern Höhe zu beantragen.

Ausnahmen gelten außerdem für sogenannte Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS). Sie benutzen Drohnen in Notfall- oder Unfallsituationen, nach Umwelt- und anderen Katastrophen und so weiter, die im nächsten Abschnitt erklärten Sicherheitsabstände gelten für solche Behörden und Organisationen nicht.

Eine Sondergenehmigung brauchen sie nicht einzuholen. Das ist für Privatpersonen von Interesse, wenn sie sich und/oder ihre Drohne in gegebener Situation einer solchen Institution zur Verfügung stellen, z.B. bei einem Rettungseinsatz oder nach einem Anschlag, für sie treten die Regelungen dann, für den Zeitraum in dem sie gebraucht werden, auch außer Kraft.

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Verbotene Zonen

Rund um verbotene Zonen, muss ein Mindestabstand von 100 Metern eingehalten werden. Das sind z.B. Wohngebiete, Industrieanlagen, Staatsbehörden, Flughäfen, Naturschutzgebiete, Menschenmengen, Einsatzorte von Polizei und Rettungskräften.

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Drohnen-Verordnung 2017 – Unser Fazit

Die wesentlichen Punkte der neuen Drohnen-Verordnung richtet sich nach dem Gewicht der Drohnen, je schwerer, desto mehr Auflagen. Allerdings sind diese insgesamt sinnvoll, ferner darf eine Flughöhe nicht überschritten werden, nicht einfach so gefilmt und fotografiert werden, schon gar nicht außerhalb der eigenen Sichtweite.

Desweiteren herrscht für alle Drohnen eine Kennzeichnungspflicht und bestimmten Orten darf man sich nur bis auf 100 Meter annähern. Sondergenehmigungen gibt es, ansonsten ließe sich anfügen, dass Drohnen-Führerscheine ab 16 Jahren zu machen sind. Die Drohnen-Verordnung ist insgesamt eine annehmbare Gesetztesänderung.

Letzte Aktualisierung war am:21. November 2017 10:52
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